So aufregend und schön die ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes sind, so anstrengend sind sie auch! Ein paar Tipps aus dem Ayurveda können euch helfen, um wieder zu Kraft und Energie zu kommen.

Von:Zina
Team NAYU

Das Wochenbett - Vata lässt grüßen!

Vorbei war meine gemütliche Kapha Schwangerschaftszeit, geprägt von rosiger Haut und neun Stunden Schlaf pro Nacht. Die Schwangerschaft war eine schöne und besondere Zeit für mich. Heute möchte ich aber nicht über meine Schwangerschaft schreiben, vielmehr möchte ich euch wertvolle ayurvedische Tipps für die Zeit nach der Geburt mitgeben.

Plötzlich bist du Mama…

Besonders die ersten Tage nach der Geburt habe ich gemerkt, dass der Schlafmangel mir zu schaffen macht. In den ersten Tagen schlief ich 1-3 Stunden pro Nacht, der Schlafentzug machte einen anderen Menschen aus mir. Ich war die ersten Tage einfach überfordert, nervös und überwältigt von der neuen Aufgabe als Mama. Es ist wie eine Achterbahnfahrt der Emotionen, in einer Minute konnte ich mein Mama Glück und die Liebe zu meinem Baby kaum begreifen, pures Adrenalin und Tränen schossen mir ins Gesicht – im nächsten Moment bin ich überfordert und gestresst, weiß einfach nicht, wie ich die nächsten Wochen überstehen soll und habe Angst Fehler zu machen.

Erhöhtes Vata Dosha nach der Geburt…

Nervosität, Ängste, Schlafmangel, Überforderung, Unsicherheit – das alles sind echte Vata Probleme, die ich bisher in meinem Leben gar nicht richtig kannte. Vata ist bei mir sehr gering ausgeprägt und daher war ich doppelt überrascht was die wirbligen Vata Winde mit mir anstellten.

Für lange Morgenroutinen oder Vata reduzierende Übungen hat wohl kaum eine frisch gebackene Mama Zeit. Daher habe ich euch ein paar Mini Ayurveda Tipps zusammengestellt, die mir in meinem Wochenbett zu mehr Kraft & Energie verholfen haben und gleichzeitig das Vata Dosha reduzieren. Ich bin aktuell am Ende meines Wochenbettes angekommen und möchte unbedingt meine Tipps mit euch teilen. Bitte beachtet, dass es sich hierbei um meine persönlichen Erfahrungen handelt und dass sich die Empfehlungen an werdende Mütter richten.

1. Warmes & gesundes Essen im Wochenbett

Ich fand es unglaublich, dass Frauen direkt nach der Geburt Mengen an Fleisch, Rohkost, Sushi etc. essen. Für mich stand von Anfang an fest – Schonkost! Schon im Krankenhaus habe ich morgens ein Porridge gegessen und versucht immer eine große Portion Gemüse zu verzehren. Die Krankenhauskost ist nicht gerade Ayurveda-freundlich, daher plant eure Mahlzeiten am besten vorab. Ich habe mir ein paar Haferflocken Beutel in die Krankenhaustasche gepackt und mir diese morgens mit heißem Wasser & Milch aufgießen lassen. Dazu gab es immer einen Kräutertee – wenn ihr einen Lieblingstee habt, dann nehmt ihn doch auch einfach ins Krankenhaus mit.

Ich möchte euch ermutigen nach der Geburt schonend zu essen, auch wenn man das ein oder andere „Craving“ hat. Es lohnt sich ein wenig zu verzichten und primär ballaststoffreich & vegetarisch zu essen. Habt ihr wenig Unterstützung von Freunden oder Familie, dann kocht noch in den letzten Schwangerschaftswochen vor: Gemüsesuppen, Eintöpfe, Linsendals, das alles sind super Einfrier-Klassiker und erleichtern euch die ersten gesunden Mahlzeiten zu Hause.

Besonders gute Lebensmittel für euer Wochenbett sind Cashewnüsse, Mandeln, Haferflocken, Hirse, Avocado, Karotten, Pastinaken, Rote Bete, Schwarzwurzel, Kartoffeln & Süßkartoffeln. Diese Lebensmittel reduzieren das Vata Dosha und erden euch.

Mein Ernährungstipp: Gebt gemahlene Bockshornkleesamen in eure Gerichte: Egal ob Currys, Dals, Suppen oder Nudeln. Das Gewürz hilft eure Milchproduktion anzukurbeln, besonders hilfreich in den ersten Tagen nach der Geburt. Zusätzlich habe ich mir einen Stilltee mit Bockshornkleesamen besorgt. Tee trinken ist ein Muss – greift hierbei bitte auf Kräutertees wie Kamille, Fenchel, Anis und Kreuzkümmel zurück. Diese Kräuter beruhigen euren Magen und eure Nerven.

2. Ätherische Öle zur Beruhigung

Das Lavendelkissen – mein treuer Begleiter. Lavendel senkt das Vata Dosha und hilft euch abzuschalten und runterzukommen. Bereits während meiner Geburt hatte ich immer ein kleines Lavendelkissen in der Hand und dies als Hilfe genutzt. Es hat mir sehr beim Atmen geholfen und das Gefühl gegeben, ich habe einen kleinen Begleiter an meiner Seite der mich beruhigt – neben meinem Mann natürlich. In den ersten Nächten nach der Geburt habe ich es mir nachts immer wieder zur Hand genommen und tief den Lavendelduft eingeatmet. Der Lavendelduft und die tiefen Atemzüge haben mich geerdet und beruhigt.

Mini Wellness für das Wochenbett: Morgens unter der Dusche habe ich ein paar Tropfen ätherisches Pfefferminz-Öl auf den Boden der Dusche getropft. Durch den Wasserdampf verwandelt sich das Badezimmer dann in eine echte Minz-Oase. Die Minze gibt euch einen echten Energiekick, aktiviert und kühlt euren Körper.

3. Dankbarkeit und kleine Momente der Achtsamkeit

Ich werde euch nicht erzählen, geht auf die Yogamatte oder meditiert! Nein, das ist utopisch und dazu werdet ihr die ersten Tage & Wochen kaum Zeit haben. Ich möchte euch jedoch ermutigen, ein paar Minuten am Tag eine kleine Auszeit zu nehmen. Nehmt euch eine Tasse Tee und ein Stück Zartbitterschokolade und setzt euch an einen schönen Ort. Auch wenn es nur 5 Minuten sind, genießt den Moment und atmet ein paar Mal tief durch. Das war bei mir ein echter Game-Changer und danach hatte ich wieder Kraft, um weiterzumachen. Ich habe auch versucht dankbar zu sein für mein neu geborenes Baby und für meine Situation. Auch wenn es überfordernd und anstrengend ist, da ist ein kleines Wunder auf die Welt gekommen, aus deinem Körper und dafür kannst du dankbar sein.

4. Zelebriere deinen Körper

Dein Körper hat die letzten Monate viel durchgemacht, er hat für zwei Menschen gesorgt und nun ist es an der Zeit sich dafür zu bedanken und deinen Körper liebevoll zu akzeptieren. Setze dich jetzt bitte nicht auf Diät oder verurteile dein kleines Bäuchlein. Dein Körper hat neun Monate einen Menschen in sich reifen lassen, jetzt gib ihm doch bitte die gleiche Zeit sich wieder zurückzubilden. Feier deinen Körper lieber und bitte deinen Partner dir eine schöne Lavendelöl-Fußmassage oder Nackenmassage zu geben. Wenn dein Baby schläft, ist ein idealer Zeitpunkt dafür und es gibt keine Ausrede.

5. Geduld üben beim Stillen

Das Stillen kann in den ersten Tagen das stressigste Projekt deines Lebens werden – für mich war es das! Besonders für first-time-mum’s ist das Stillen eine Herausforderung und, sind wir mal ehrlich, so richtig darauf vorbereitet hat man sich meist nicht. Der romantische Gedanke, dass man sein Baby an die Brust legt und alles rosig läuft ist eben Hollywood!

Das Stillen ist echtes „Teamwork“ und Baby & Mutter müssen es erst lernen. Wie halte ich mein Baby richtig, wie unterstütze ich das Baby und wann und wieviel Milch kommt überhaupt aus meiner Brust heraus. Es gibt viele Fragen in den ersten Tagen und ich rate euch Hebammen, Freunde und Experten zu kontaktieren falls es nicht gleich klappt.

Mein Still-Tipp: Geht das Still-Projekt mit ganz viel Pitta-Energie im Vorfeld an, plant das Stillen genau, lest darüber soviel ihr könnt, fragt Freunde, kauft euch eine echte Puppe zum Üben. Je mehr ihr vorab darüber wisst – desto leichter fällt es euch am Ende den Theorieteil in die Praxis zu überführen. Ich habe mich intensiv auf die Geburt vorbereitet und das Thema Stillen sehr vernachlässigt. Wir denken oft nicht an die Zeit nach der Geburt und rutschen dann überfordert und unwissend in das Thema Stillen und Wochenbett. Geburtsvorbereitungen sind super, gar keine Frage. Nur denkt bitte auch an die Zeit danach, denn es wird euch viel abverlangen.

In den ersten Tagen beim Stillen solltet ihr unbedingt auf eure Haltung achten, da ich unsicher und überfordert war, habe ich meinen Rücken und die Schultern sehr angespannt und hochgezogen, was nach kurzer Zeit zu extremen Rücken- und Nackenschmerzen geführt hat. Mein Tipp an euch: Atmet tief und bewusst, versucht die Schultern zu entspannen. Richtet euch vor der Geburt einen gemütlichen Platz zum Stillen ein, genügend Kissen und Decken sind ideal. Denkt daran, ihr werdet die ersten Tage sehr viel „Stillen“ üben und braucht dazu Entspannung und Geduld. Eine entspannende Musik und eine Tasse Tee sind ideale Begleiter beim Stillen.

Ich wünsche euch eine schöne Zeit beim ersten Kennenlernen eures Babys und hoffe, meine Tipps erleichtern euch die Zeit im Wochenbett ein wenig!

Eure Zina

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