Energien im Ayurveda und Yoga
Prana, Tejas und Ojas, die subtilen Partner der drei Doshas, arbeiten auf der Ebene der Psyche und sind nach Ayurveda für die Energie und Vitalität in unserem Leben verantwortlich.
Neben den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha spielen auch drei Energien eine wichtige Rolle, welche auch als die reinen Formen der Doshas bekannt sind. Es handelt sich dabei um Prana, Tejas und Ojas. Sie werden als die subtilen Gegenstücke zu Vata, Pitta und Kapha gesehen.
Prana, Tejas und Ojas werden als gesunde Energien bezeichnet, die uns bei Erneuerung und Transformation helfen. Sie steuern unsere körperlichen und seelischen Funktionen und verhelfen uns einen tieferen, vielleicht auch spirituellen Zugang zu Yoga und Meditation zu finden.
Alle drei Kräfte sind außerdem miteinander verbunden und arbeiten zusammen. So haben Prana und Tejas ihre Wurzeln im Ojas und sind quasi Aspekte von Ojas. Die Beziehung zwischen den drei Energien hält das Gleichgewicht im Körper aufrecht und ist der Schlüssel für ein langes, gesundes Leben.
Sehen wir uns die drei Energien nun also etwas genauer an:
Prana
Die Lebensenergie
Prana wird als die subtile Energie der Luft bezeichnet und ist damit das Gegenstück zu Vata. Prana ist, wie Vata, ebenfalls durch Bewegung charakterisiert und ist damit für unsere Energie und Vitalität verantwortlich. Aber auch alle körperlichen Prozesse, die durch Bewegung geprägt sind, werden durch Prana gesteuert. Dazu gehören beispielsweise Atmung, Kreislauf, Verdauung und Ausscheidung. Prana gibt uns im Alltag auch die nötige Begeisterung, Kreativität und Anpassungsfähigkeit. Bei einem Vata-Ungleichgewicht, was in unserem stressigen Alltag häufig der Fall ist, kann die Zirkulation unseres Pranas, unserer Lebensenergie, beeinträchtigt werden. Wenn dies der Fall ist, so kann uns die Lebensfreude, Vitalität und Leichtigkeit fehlen.
Tejas
Das innere Strahlen
Tejas wird als die subtile Energie des Feuers bezeichnet und ist damit das Gegenstück zu Pitta. Tejas im Gleichgewicht verleiht uns ein innerliches Strahlen sowie einen klaren, scharfen Geist. Damit verhilft es uns auch zu einer klaren Wahrnehmung der Welt um uns herum. Im Körper regelt Tejas den Stoffwechsel von Nahrungsmitteln als auch von Informationen. Tejas sorgt außerdem dafür, dass wir mutig und furchtlos sind. Ohne Tejas fehlt es uns an Willenskraft und Entschlossenheit, oder wir fällen falsche Urteile, weil uns die klare Wahrnehmung fehlt.
Ojas
Die Urkraft
Ojas wird als die subtile Energie des Wassers bezeichnet und ist damit das Gegenstück zu Kapha. Ojas ist die Basis unserer körperlichen und geistigen Ausdauer und Widerstandskraft. Außerdem ist es für die Entwicklung von Fähigkeiten verantwortlich. Ojas wird außerdem als immaterielle Substanz gesehen, die bei der Verdauung entsteht. Dadurch wird es direkt durch unser Agni, unser Verdauungsfeuer, beeinflusst. Ist Ojas in Balance, bringt es uns Stabilität, Geduld und Zufriedenheit. Es verbindet unser körperliches, mentales und seelisches Wohlbefinden. Eine Kapha-Dysbalance bringt allerdings auch unser Ojas aus dem Gleichgewicht und kann dadurch unser persönliches Wachstum hemmen.
Unsere Energien stärken
Prana, Tejas und Ojas haben wir von Geburt an in uns. Manchmal merken wir aber, dass die Kräfte aus dem Gleichgewicht geraten sind, oder fühlen uns einfach energielos. Durch bestimmte Aktivitäten und kleine Veränderungen in unserem Alltag können wir die drei Energien ganz bewusst stärken und unsere Vitalität zurückholen.
Ojas stärken
Unser Ojas, als Basis für Prana und Tejas, können wir vor allem durch richtige Ernährung stärken. Für unseren physischen Körper ist dabei wichtig, dass wir nahrhafte, vollwertige Lebensmittel zu uns nehmen. Aber auch die Umgebung, in der wir essen, und unsere Stimmung, hat einen Einfluss. Versuche deine Mahlzeit in einer angenehmen Atmosphäre ohne Hast zu dir zu nehmen. Und iss nicht, während du emotional aufgewühlt, verärgert oder traurig bist.
Nährende Ojas Milch: 10 Mandeln (über Nacht eingeweicht) 3 Datteln 1 Glas Milch (pflanzlich oder Kuhmilch) Prise Zimt
Die Milch am besten etwas erwärmen und zusammen mit den restlichen Zutaten im Mixer zu einem Smoothie vermischen.
Tejas stärken
Sobald Ojas stark genug ist, kann auch Tejas daraus entstehen, ohne dass das Ojas erschöpft wird. Tejas braucht Zeit und Raum für unseren Geist, um Erfahrungen und Emotionen zu verarbeiten. Gestärkt kann es daher unter anderem durch positive Gedanken, Achtsamkeitsübungen, Mantras und Meditation werden. Versuche vielleicht auch mal einen Abend in Stille zu verbringen und Tejas dadurch Raum zu geben sich zu entfalten.
Reinigende Mantra Meditation „So Ham“: Setz dich aufrecht hin, schließe deine Augen und gib dir einen Moment Zeit um anzukommen. Dann beginne die Worte „So Ham“ (Sanskrit für „Ich bin das“) in Gedanken zu wiederholen. Verbinde sie mit deinem Atem, indem du bei jedem „So“ einatmest und bei „Ham“ ausatmest. Das machst du am besten für 7-15 Minuten.
Prana stärken
Sobald Ojas und Tejas gut entwickelt sind, entsteht auch höheres Prana. Selbstfürsorge und Selbstliebe nähren und schützen unsere Sinne und unterstützen damit unsere Lebensenergie. Außerdem nehmen wir Prana auf, wenn wir atmen. Daher können wir Prana auch durch Pranayama (Atemübungen) stärken. Dafür reicht schon eine rhythmische, gleichmäßige Atmung, die im Alltag immer wieder zwischendurch praktiziert werden kann.
Beruhigende Atemübung: Setz dich aufrecht hin, schließe deine Augen und gib dir einen Moment Zeit, um anzukommen. Atme nun ein und zähle dabei langsam bis vier. Nun atme aus und zähle ebenfalls in gleichem Tempo bis vier. Wiederhole dies für ungefähr 5 Minuten.
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