Frische Blattsalate sind ein idealer Lieferant für Bitterstoffe.

Von:Zina
Team NAYU

Wann hast du das letzte Mal etwas richtig Bitteres gegessen?

Vermutlich kannst du dich nicht daran erinnern. Das ist kein Wunder, denn heutzutage wurde aus vielen Gemüsesorten der bittere Geschmack herausgezüchtet. Warum? Unser Gaumen hat sich zu sehr an Geschmacksverstärker, Süßes und Salziges gewöhnt – wir empfinden „bitter“ meist als einen unangenehmen Geschmack.

Heute erklären wir dir, warum du dich unbedingt auf die Suche nach ursprünglich bitteren Lebensmitteln machen solltest und welche positiven Effekte „Bitteres“ auf deine Gesundheit haben kann.

Bitteres & die Doshas

Bitteres reduziert das Kapha Dosha

Die Geschmacksrichtungen scharf, bitter, herb und zusammenziehend reduzieren das Kapha Dosha. Besonders die Bitterstoffe regen die Leber an und sorgen damit für einen guten Stoffwechsel. Die Einnahme von Bitterstoffen macht dein Essen bekömmlicher und leichter verdaulich, genau das brauchen die Kapha Typen, die tendenziell eher zu einem langsamen Stoffwechsel neigen. Hinzu kommt, dass bei vielen Menschen die Verdauung im Frühling etwas träge ist, Kapha hat sich angesammelt und kann sich in Form von extremer Müdigkeit und Erschöpfung äußern.

Du hast sicherlich schon mal etwas von der „Frühjahrsmüdigkeit“ gehört, meist liegt diese Müdigkeit an dem erhöhten Kapha in der Natur und in deinem Körper. Die gute Nachricht, Bitterstoffe helfen dir jetzt gezielt, dein überschüssige Kapha loszuwerden.

Bitteres reduziert das Pitta Dosha

Die feurigen Pitta Typen profitieren ebenso von der Wirkung der Bitterstoffe, denn Bitterstoffe wirken entzündungshemmend. Besonders Pitta Typen neigen oft zu Entzündungen und sollten daher im Frühling viele Bitterstoffe in ihren Speiseplan integrieren.

Bitteres vermehrt das Vata Dosha

Die Vata Typen sollten am vorsichtigsten mit Bitterstoffen umgehen. Zuviel Bitteres erhöht das Luft- und Ätherelement und kann die Unruhe des Vata Doshas begünstigen. Jetzt im Frühling können und sollten Vata Typen auf jeden Fall Bitteres zu sich nehmen, um sich vom Ballast des Winters zu befreien. Überbleibsel vom Winter, die dir ein Schwere-Gefühl vermitteln, werden durch Bitterstoffe reduziert und quasi „hinausgeputzt“.

Die Wirkung von Bitterstoffen

1) Bitterstoffe gegen Übersäuerung

Bitterstoffe sind ideal für deinen Säure-Basen-Haushalt. Sie beugen Übersäuerung vor, indem sie die überschüssige Säure in deinem Körper binden.

2) Deine Nahrung wird schneller und besser verdaut

Sobald deine Zunge die Bitterstoffe wahrnimmt, starten sämtliche Verdauungssäfte fleißig ihre Arbeit. Die Bitterstoffe beschleunigen den Prozess der Nahrungsaufspaltung und erleichtern dem Darm die Nahrungsaufnahme. Die Bitterstoffe sind sozusagen kleine Beschleuniger im Verwertungsprozess der Nahrung.

3) Bitterstoffe fördern deine Darmtätigkeit

Für den Darm sind die Bitterstoffe ein echtes Highlight. Sie beschleunigen die Transportwege der Nahrung. Dadurch wird die Schleimhaut des Darms dazu angeregt, verstärkt Stoffwechselschlacken auszuscheiden.

4) Bitteres wirkt wie eine Essbremse

Bitterstoffe reduzieren den Appetit auf Süßigkeiten. Zugegeben, es kostet dich wahrscheinlich sehr viel Überwindung deine Schokolade gegen Rucola oder Artischockenherzen einzutauschen, aber einen Versuch ist es wert. Durch den bitteren Geschmack im Mund lässt das Verlangen auf Süßes rasch nach und das Sättigungsgefühl setzt eher ein. Deshalb ist der bittere Espresso, den wir uns von den Italienern abgeschaut haben, ein guter Tipp, um sein Menü abzuschließen.

5) Bitterstoffe für deine Leber

Entgiftung hat etwas mit der Leber zu tun, das ist richtig. Im Stoffwechsel entstehen regelmäßig giftige Substanzen. Diese wandelt die Leber in harmlose Stoffe um, wie z. B. den Alkohol – dieser wird durch die Leber unschädlich gemacht. Um die Leber zu unterstützen, sind Bitterstoffe ideal geeignet. Sie sind quasi die besten Freunde der Leber und der Gallenblase. Die Bitterstoffe unterstützen die Leber beim Entgiften. Jetzt im Frühling ist dies besonders empfehlenswert!

5 Tipps für deinen Speiseplan im Frühling

1) Bitteres Gemüse

Das Dilemma haben wir ja schon mit euch geteilt, in vielen Supermärkten wirst du Rucola kaufen, der nicht mehr wirklich bitter schmeckt. Versuche daher dir dein bitteres Gemüse in Bio Qualität vom Wochenmarkt zu besorgen. Einige deutsche Anbauverbände wie Demeter oder Bioland züchten ihr Gemüse naturbelassen und somit bleiben die Bitterstoffe erhalten. Ideale Gemüsesorten für deinen täglichen Speiseplan im Frühling: Rucola, Radicchio, Radieschen, Chicorée, Endivien und Artischocken.

2) Bitteres Obst

Auch beim Obst kannst du auf Bitteres zurückgreifen, z.B. auf die Grapefruit oder die herben Boskoop Äpfel. Die Boskoop Äpfel sind eine nachhaltigere Alternative, denn die Grapefruit wird meist in den USA angebaut oder im südlichen Europa. Beide Obstsorten versorgen dich mit Bitterstoffen und vielen Vitaminen. Die Grapefruit wird auch die Königin der Zitrusfrüchte genannt und liefert dir neben den Bitterstoffen auch wertvolles Vitamin C.

3) Löwenzahn

Zu den bitteren frischen Kräutern zählt u.a. der frische Löwenzahn, er schmückt ab April die satten grünen Frühlingswiesen. Um den Löwenzahn direkt aus der Natur zu verzehren, solltest du dich allerdings auskennen. Alternativ bieten heutzutage viele Bio-Supermärkte saisonal den frischen Löwenzahn an. Greif ordentlich zu und booste deine Verdauung. Der Löwenzahn schmeckt in frischen Frühlingssalaten oder grünen Smoothies, hier findest du ein leckeres Rezept für den Löwenzahn Detox Smoothie.

Löwenzahn Tee aus der Apotheke dient dir als gut erhältliche Alternative und täglich verzehrt unterstützt er deinen Organismus ebenso beim inneren Frühlingsputz.

4) Bockshornklee

Bockshornklee sind kleine leicht bittere Samen. Sie sind ein gutes Mittel bei Schwächezuständen, regen deine Verdauung an und haben sich als hilfreich nach der Schwangerschaft beim Stillen erwiesen. Als Tee, Gewürz oder in Form frischer Keimlinge aktiviert Bockshornklee den Stoffwechsel, die Verdauung und das gesamte Kapha-System. Er reduziert Kapha-Beschwerden, wirkt sehr gut als Tee oder auch als Gewürz in einem Curry oder Eintopf. Verwende den Bockshornklee aber sehr sparsam und gewöhne dich langsam an den bitteren Geschmack.

5) Kurkuma

Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, bringt deinen Stoffwechsel durch eine bittere und zusammenziehende Wirkung ins Gleichgewicht. Kurkuma ist aus der ayurvedischen Küche kaum wegzudenken, er ist blutreinigend, hilft bei Allergien, allergischem Asthma, Heuschnupfen, Hautproblemen, Hämorrhoiden und Brustschmerzen. Kurkuma hat heiße und trockene Eigenschaften, einen bitteren und herben Geschmack und beruhigt alle drei Doshas. Kurkuma kannst du besonders gut in Currys verwenden oder auch in einem Salat-Dressing.

Kurkuma Salat Dressing: Mixe dazu einfach 2 EL Olivenöl, 3 EL Apfel-Essig, 1 TL Kurkuma, 1 TL Honig, Saft aus 1 Zitrone, 2 TL Tahin Paste, Pfeffer & Salz zusammen. Schon hast du deinen Frühlingssalat mit ein paar Bitterstoffen angereichert, deine Verdauung wird es dir danken.

Merke dir:

Bitterstoffe können jetzt im Frühling allen Ayurveda-Typen helfen den Winterballast loszuwerden. Hat dich die Frühjahrsmüdigkeit aufgesucht, ist es an der Zeit für Bitteres. Unsere moderne Ernährung hat die Bitterstoffe jedoch weitgehend aus den Lebensmitteln verbannt, daher suche auf Wochenmärkten oder in Bio-Läden nach ursprünglichen Gemüse- und Obstsorten wie Radicchio, Endivien, Rucola, Artischocken, Auberginen, Löwenzahn, Grapefruit oder Boskoop Äpfeln. Mit der Zeit wirst du dich an den bitteren Geschmack gewöhnen und dein Körper wird es dir danken. Die Bitterstoffe fördern nämlich deine Verdauung, aktivieren deinen Stoffwechsel, reinigen dein Blut und unterstützen jegliche Form der Entgiftung. Wir wünschen dir guten Appetit.

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