Hautprobleme lassen sich häufig auf einen ungesunden Darm zurückführen und können durch ein paar Selbstmaßnahmen oft deutlich verbessert werden.

Von:Laura
Contributor

Der Darm und die Haut sind miteinander verbunden

Man sagt: Die Haut ist der Spiegel des Darms. Der Darm und die Haut gehen aus derselben embryonalen Schicht hervor und sind über das Immunsystem miteinander verbunden (Darm-Haut-Achse oder auch Darm-Hirn-Haut-Achse). Bei vielen Patienten mit Hauterkrankungen wurde eine Veränderung der Darmflora (Mikrobiotika) und der Darmbarriere festgestellt. Ist dein Darm krank, können Nährstoffe vom Darm nicht mehr ausreichend aufgenommen werden. Das führt dazu, dass die Haut stumpf, trocken, uneben und/oder unrein werden kann. Auch Probleme mit den Nägeln und Haarausfall sind mögliche Folgen. So können ebenfalls Hauterkrankungen wie Akne und Neurodermitis entstehen. Generell sagt man, dass viele Krankheiten im Darm entstehen.

Ursachen für einen ungesunden Darm

Die Ursache für einen kranken Darm liegt allgemein in unserem Lifestyle: wenig Schlaf, Rauchen, Alkohol, schlechte Ernährung, Stress usw. Hiervon werden wir uns zwei wichtige Ursachen herausgreifen und genauer betrachten: Ernährung und Stress. Eine Ernährung mit vielen verarbeiteten Produkten wirkt sich negativ auf unseren Darm aus. Auch der Verzehr von vielen tierischen Produkten, kann Krankheiten begünstigen, da hier entzündungsfördernde Fettsäuren (Arachidonsäure) enthalten sind. Zucker kann sich genauso schädlich wie Antibiotika auf die Darmflora auswirken und auch Weizen (Kleber-Eiweiß, reizen die Darmschleimhaut) und Milchprodukte (Wachstumshormone fördern Entzündungen) sollte man eher meiden. Im Ayurveda werden Milchprodukte generell getrennt von anderen Lebensmitteln und nur in geringen Mengen konsumiert. Einige Doshatypen sollten sie sogar ganz meiden.

Auch Stress hat einen erheblichen Einfluss auf unseren Darm. Hier spricht man von einer sogenannten Darm-Hirn-Achse: Das bedeutet, dass der Darm und das Gehirn miteinander verbunden sind und in einer wechselseitigen Beziehung stehen. Dabei erfolgt der Informationstransfer in beide Richtungen über Nervenbahnen (Vagus-Nerv), über Hormone oder auch über Stoffwechselprodukte unserer Darmbakterien. Etwa 90% der Kommunikation gehen dabei sogar vom Darm aus und nur 10% der Signale von unserem Gehirn. Das bedeutet, dass unsere Darmbakterien somit stark unsere Psyche beeinflussen aber auch, dass unsere Psyche einen Einfluss auf unsere Darmbakterien hat. In Stressphasen reagieren viele Menschen oft mit Verdauungsbeschwerden, Heißhungerattacken oder aber auch Appetitlosigkeit. Das zeigt sich dann auch in einer Verschlechterung des Hautbildes. Das wiederum löst Stress aus, man schämt sich, fühlt sich unwohl, hat vielleicht sogar Schmerzen. Es entsteht ein Teufelskreis.

Die Bedeutung der Darmflora und der Darmschleimhaut

Die Darmflora besteht aus vielen verschiedenen Bakterien (300-400). Diese helfen bei der Verdauung und der Aufnahme wertvoller Nährstoffe und Vitamine aus der Nahrung. Oft fehlen jedoch gute Bakterien und es sind zu viele schlechte Bakterien vorhanden (gute Bakterien: Laktobakterien und Bifidobakterien; schlechte Bakterien: Kolibakterien oder Fäulnisbakterien). Auch Pilze im Darm sind zwar normal, sollten jedoch nicht im Übermaß vorhanden sein wie z.B. der Candida Albicans.

Ungefähr 80 Prozent unseres Immunsystems sitzen im Darm. Ist die Schleimhaut krank, kann es zu Allergien und Unverträglichkeiten kommen. Dabei reagiert unser Immunsystem übertrieben auf einen Stoff oder bestimmte Bestandteile und will diese bekämpfen. Hier sollte man nicht das Immunsystem unterdrücken, sondern aufbauen und den Darm sanieren und heilen. Oft wird durch Stress und durch eine schlechte Ernährung unser Darm durchlässig. Stress führt dabei zu einer Verminderung der Durchblutung des Darms und zu einer Austrocknung, sodass Risse entstehen. Hier spricht man von einem sogenannten Leaky-Gut (der durchlässige Darm). Stoffe gelangen ins die Blut-und Lymphbahn, die nicht dorthin gehören. Daraus wiederum können Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder sogar Autoimmunkrankheiten entstehen.

Woran erkenne ich eine gute Verdauung und ob der Darm gesund ist

Beobachte deine Verdauung:

Wie geht es mir nach dem Essen? Fühlst du dich voll, aufgebläht, müde oder sogar benebelt? Du solltest dich nach der Mahlzeit energetisiert, leicht, klar, wohlgenährt und frisch fühlen. Hier kann es sehr hilfreich sein ein Ernährungstagebuch zu führen und genau zu dokumentieren, was du gegessen hast, wann, wieviel ungefähr und wie es dir danach ging. Das solltest du über mehrere Wochen fortführen, da es oft nicht so leicht ist herauszufinden, was du nicht so gut verdauen kannst. Manchmal sind es nicht einzelne Lebensmittel sondern bestimmte Kombinationen. Auch wann und in welcher Reihenfolge man Nahrungsmittel zu sich nimmt ist wichtig. Sogar deine Stimmung während des Essens beeinflusst, wie gut du verdauen kannst.

Hast du regelmäßigen Stuhlgang? Du solltest täglich, am besten morgens (bevor du das Haus verlässt), zur Toilette gehen können. Schaue dir auch mal deinen Stuhl an (ja ich weiß, ist für viele ziemlich peinlich und ekelig): Wie ist die Form/Konsistenz? Sie sollte idealerweise ähnlich sein, wie die einer reifen Banane. Der Stuhl sollte nicht schmieren, wenn man den Po abputzt, sodass kaum oder nichts am Toilettenpapier klebt. Auch die Farbe und wie schnell dein Stuhl in der Toilette absinkt, sagt etwas über deinen Gesundheitszustand aus. Des Weiteren sollten deine Ausscheidungen nicht zu stark riechen.

Wenn du es ganz genau wissen willst, kannst du auch eine Stuhlprobe über einen Arzt, Therapeuten oder Heilpraktiker ins Labor schicken lassen. Hier wird dann die Zusammensetzung der Darmbakterien untersucht. Ein Ayurvedaarzt wird deinen Gesundheitszustand unter anderem auch über deine Zunge, deine Verdauung, deine Augen, deine Haut oder deinen Puls ablesen können.

Was kann ich selbst tun, damit mein Darm gesund ist

Die Basis bildet die Ernährung

Hier kannst du grundsätzlich einige Ayurvedische Ernährungsregeln berücksichtigen:

  • Warmes Wasser trinken (mit Ingwer + Zitrone)
  • Warm essen
  • Langsam essen, gut kauen (Verdauung beginnt im Mund)
  • Während des Essens nicht zu viel trinken (verdünnt Verdauungssäfte)
  • Morgens leicht essen, Hauptmahlzeit am Mittag (grüne Blattsalate, Sprossen integrieren), abends leicht und nicht zu spät essen
  • Nahrungsmittelkombinationen berücksichtigen, wenig Nahrungsmittel innerhalb einer Mahlzeit mischen
  • Gesunde Nahrung ist bunt, mit hohem Grünanteil und abwechslungsreich
  • Obst separat essen, ca. 45. Min vor anderer Nahrung
  • Saisonal und regional essen
  • Speisesalz durch Himalaya- oder Steinsalz ersetzen
  • Achtsam essen, ohne Ablenkung z.B. durch Mobiltelefon, TV etc, aufregende Gespräche meiden (Flucht-Kampf-Modus wird aktiviert)
  • Vollwertige und naturbelassene Nahrungsmittel zu dir nehmen
  • Nur essen, wenn du hungrig ist (nicht bei Appetit)

Darüber hinaus kannst du versuchen viele entzündungshemmende Stoffe in deine Ernährung einzubauen: Gemüse, Kräuter, Gewürze (Fenchel, Anis, Kümmel, Kurkuma, Ingwer, Zimt), gesunde Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Omega 3 Fettsäuren (durch Algen, Leinöl, Walnüsse, Hanfsamen, Hanföl usw.) sind hier sehr hilfreich. Versuche doch mal gezielt auf Zucker, Weizen und Milchprodukte zu verzichten (für ca. 2-3 Monate). Falls du unter Unverträglichkeiten leiden solltest, solltest du diese selbstverständlich mit berücksichtigen (Ernährungstagebuch führen). Unverträglichkeiten verschwinden oft wieder, wenn der Darm wieder in Ordnung ist! Integriere probiotische Lebensmittel: fermentierte Nahrungsmittel wie z.B. Joghurt aus veganen Quellen. Diese Milchsäurebakterien solltest du dann aber auch mit gesunden Lebensmitteln füttern (Präbiotika).

Minimiere Stress so gut es geht

Yoga (Asanas, die den Bauch massieren), Meditation (um sich selbst zu beobachten) und Tiefenentspannung (um Entspannungsimpuls auszulösen) sind hier sehr kraftvolle und wirklich hilfreiche Tools, wo der positive Effekt schon durch zahlreiche Studien belegt werden konnte. Auch deine innere Einstellung zum Leben kann dein Stresslevel beeinflussen. Hier ist das Journaling wunderbar, um mehr Dankbarkeit und Positivität (z.B. durch positive Affirmationen) zu kultivieren. Was ebenfalls gut tut ist Bewegung, vor allem an der frischen Luft! Die Natur hat eine beruhigende und heilende Wirkung auf unser ganzes System.

Entgiftung

Bei wirklich starken Beschwerden ist eine Darmsanierung zu empfehlen. Diese läuft jedoch individuell ab, sodass es hier keine generellen Empfehlungen gibt. Eine Darmsanierung sollte jedoch immer professionell begleitet werden von einem Arzt, Heilpraktiker oder Therapeuten. Hier werden z.B. Giftstoffe wie z.B. Schwermetalle ausleitet. Wichtig ist aber auch die anderen Entgiftungsorgane, vor allem die Leber, zu unterstützen: So kannst du beispielsweise Bitterstoffe (Brennnessel, Löwenzahn, Mariendistel, Zimt, Ingwer) in deine Mahlzeiten integrieren. Auch eine ayurvedische Panchakarma Kur ist klasse. Die „fünffache Reinigung“ dient der Entgiftung, Vorbeugung und Heilung von Krankheiten. Hier gibt es fünf verschiedene Ausleitungsverfahren (Abführen, Einlauf, Erbrechen, Nasenreinigung, Blutreinigung), die die Doshas wieder ins Gleichgewicht bringen. Wichtig ist mir aber, dass du, bei all den Empfehlungen hier, immer auf dein eigenes Bauchgefühl hörst. Therapeuten, Heilpraktiker, Ärzte usw. können immer nur Empfehlungen aussprechen aber nur DU weißt wirklich welche davon tatsächlich gut für dich sind.

Alles Liebe, Laura

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